Darstellung:
In waagrechter Anordnung in der Mitte eine schraffierte Ellipse; am rechten Ende der Ellipse drei nach unten weisende „Schwanzfedern“ (?), am anderen Ende drei nach oben weisende kurze kelchförmig angeordnete Striche; von der Mitte der Ellipsenoberseite führen je zwei Doppellinien, die Flügel andeuten könnten, v-förmig zur Umrandungslinie; unterhalb der Ellipse eine Linie, die der Biegung der Ellipse folgt; in der Mitte und am linken Ende dieser Linie zwei pfeil- bzw. v-förmige Winkel; vor der Spitze der Linie eine senkrechte Doppellinie; folgende Parallelen lassen sich für Teilelemente unseres Siegels anführen: das ellipsenförmige Zentralelement hat eine Entsprechung auf einem Konoiden aus Ḥorvat ˓Uza (Reg. No. 2012/50; DBS-Corpuskarteikarte Nr. 5); es zeigt eine zentral platzierte schraffierte Ellipse, die oben und unten von einer abgesetzten Linie, die der Kontur der Ellipse folgt, umgeben ist (vgl. dazu auch
Avigad/Sass 1997: No. 1063, mittleres Register); wie auf unserem Stück führen schräge Doppellinien von der Ellipse zur Umrandungslinie - jedoch nicht nur von der Ober-, sondern auch von der Unterseite; deshalb ist anzunehmen, dass die kurzen vertikalen Doppelstriche unterhalb der Ellipse unseres Stückes ebenfalls entsprechend zu lesen sind (zur quadrierten Ellipse vgl. auch
Eggler/Keel 2006: Tawilan Nr.
14 und Tel Malḥata: Beit-Arieh 1994: 111, pl. 127 =
Beit-Arieh 1995: 128f =
Beit-Arieh 1998: 36); die drei „Schwanzfedern“ (?) auf unserem Stück finden eine mögliche Parallele auf einem von Beit-Arieh (1998: 36) erwähnten anderen Siegel vom Tel Malḥata (Reg. No. 1727; DBS-Corpuskarteikarte Nr. 3), der auf der Basis einen Strauss mit schraffierten ellipsenförmigem Körper zeigt und drei Schwanzfedern aufweist (zum Vogel vgl. auch
Eggler/Keel 2006: Buseira Nr.
15); die drei kurzen kelchförmig angeordneten Striche am linken Ellipsenende und der „Pfeil“ haben keine Parallele, erinnern jedoch entfernt an das dreistrichige Zeichen hinter der Inschrift bei Eggler/keel 2006: Karak Nr.
2; der Pfeil hat keine Parallele; jedoch findet sich ein Winkel als selbständiges Element beim oben erwähnten Konoiden aus Ḥorvat ˓Uza, einem weiteren Siegel vom gleichen Ort (Reg. No. 5244/80) und den oben erwähnten Siegeln aus Tel Malḥata sowie auf dem in
Beit-Arieh 1998: 36 veröffentlichten Siegel vom gleichen Ort; die Parallelen weisen in den edomitischen Raum.
Avigad/Sass 1997: Avigad N./Sass B., 1997, Corpus of West Semitic Stamp Seals, Jerusalem.
Beit-Arieh 1995: Beit-Arieh I., ed., 1995, Ḥorvat Qitmit. An Edomite Shrine in the Biblical Negev (Tel Aviv University, Sonia and Marco Nadler Institute of Archaeology, Monograph Series, Monograph Series 11), Tel Aviv.
Beit-Arieh 1998: Beit-Arieh I., 1998, The Excavations at Tel Malḥata – An Interim Report; Qad. 31/1, 30-39.
Eggler/Keel 2006: Eggler J./Keel O., 2006, Corpus der Siegel-Amulette aus Jordanien. Vom Neolithikum bis zur Perserzeit (OBO.SA 25), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Bibliographie:
Daviau 2002: 87f, 223, fig. 2.45:2;
Eggler/Keel 2006: 424f, Tall Dschawa Nr. 3.
Daviau 2002: Daviau M., 2002, Excavations at Tall Jawa in Central Jordan, II: The Iron Age Artefacts, Leiden.
Eggler/Keel 2006: Eggler J./Keel O., 2006, Corpus der Siegel-Amulette aus Jordanien. Vom Neolithikum bis zur Perserzeit (OBO.SA 25), Freiburg Schweiz/Göttingen.