Objekt:

 Rollsiegel, Hämatit (§ 357-360), 11 x 23 mm.

Datierung:

 18. Dyn. (1450-1350) (vor Echnaton).

Herkunft:

 Minet el-Beida, im Untergeschoss eines Hauses in der Nähe des alten Hafens, 1,75 m tief, Graben 10, pt.top.41, R.S.3.041. Zerstörungsschicht eines Seebebens.

Sammlung:

 Paris, Louvre Museum, AO 14811.

Darstellung:

 Ägyptische Motive dringen in der SB-Zeit weit nach Norden vor. Auf dem Rollsiegel aus Mīnet el-Bēda ist der König thronend im langen Ornat und mit der Blauen Krone zu sehen. Er zielt mit Pfeil und Bogen zugleich auf einen Capriden und einen Löwen. Hinter dem König steht, mit der Lanze in der einen Hand und dem im Gestus des Niederschlagens erhobenen anderen Arm, eine kriegerische Göttin, wahrscheinlich Anat (Cassuto 1971; Walls 1992), als Schutzpatronin des Herrschers, die seinen Krieg legitimiert und führt. Ein Greifvogel mit ausgebreiteten Flügeln und ein Kuhkopf mit Sonnenscheibe zwischen den Hörnern stehen über der Szene. Ein x (taw)-Zeichen und eine Rosette füllen die verbleibende Siegelfläche.

Parallelen:

Buchanan 1966: no. 1008, pl. 62.

Bibliographie:

Schaeffer 1932: pl. 11:1-3; Frankfort 1939: pl. 45b; Bossert 1951: fig. 831a; Keel 1977a: Abb. 27; Schaeffer-Forrer 1983: 12f, R.S.3.041; Winter 1983: Abb. 213; Amiet 1992: fig. 19, no. 92; Cornelius 2004: Cat. 1:3; Schroer 2011: 102f, Nr. 594.

DatensatzID:

33871

Permanenter Link:

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