Objekt:

 Stempelsiegel, Kalkstein (§ 381-383), 18 x 8 mm.

Datierung:

 EZ IIC (Ende 8.-7. Jh.).

Herkunft:

 Südliche Levante.

Sammlung:

 Fribourg, Sammlungen BIBEL+ORIENT, VS 2004.1.

Darstellung:

 Galoppierender Capride mit liegendem Jungen; obwohl ein weibliches Tier mit Jungem gemeint sein dürfte (vgl. Keel/Schroer 2004: Nr. 145), ist es mit den mächtigen Hörnern des männlichen Tieres ausgestattet, da man auf dieses Symbol der Kraft nicht verzichten wollte (vgl. Keel/Uehlinger 1992: 167, Abb. 175a-b); der zum liegenden Jungtier wenig passende Galopp ist seinerseits ein Indiz gesteigerter Lebendigkeit (vgl. Hld 2,8f); über dem Rücken des Capriden achtstrahliger Stern; dahinter Sichelmond.

Diskussion:

 In der Eisenzeit I und der frühen Eisenzeit II wurden Capriden mit Jungen ohne Nebenmotive dargestellt (Keel/Schroer 2004: Nr. 145) oder mit einem Skorpion, dem Symbol sexueller Erregung, kombiniert (Keel 1980a: 114-116 Abb. 89-94). Im Zuge des aramäisch-assyrischen Einflusses wurde das Symbolsystem der Levante am Ende des 8. Jh. und im 7. Jh. v. Chr. stark astralisiert. Der Skorpion wich dem Neumond und dem achtstrahligen Stern der uranischen Ischtar.

Parallelen:

Keel/Staubli 2001: Nr. 34; Keel 1997b: Aschdod Nr. 43: mit Sichelmond; Keel 1997b: Akko Nr. 136: nur mit Sichelmond.

Bibliographie:

Keel/Schroer 2004: 200f, Nr. 180.

DatensatzID:

872

Permanenter Link:

  https://bodo.unifr.ch/bodo/id/872