Objekt:

 Pfeiler (zweiter Pfeiler siehe Schroer/Keel 2005: Nr. 9a) (zweiter Pfeiler siehe Schroer/Keel 2005: Nr. 9a), Stein, 1,6 m.

Datierung:

 mittleres präkeramisches Neolithikum (8200-7600).

Herkunft:

 Göbekli Tepe, Areal L10–71, sog. Löwenpfeilergebäude, Pfeiler 1.

Darstellung:

 Die bislang ältesten Löwendarstellungen des Vorderen Orients fanden sich in Form von Reliefs in der jüngsten Schicht des frühneolithischen Heiligtums vom Göbekli Tepe. Zwei durch ihr Geschlecht, nicht durch die Mähne, als Löwenmännchen gekennzeichnete Tiere mit weit aufgerissenem Rachen stehen einander auf Pfeilern gegenüber. Es handelt sich um Wächterlöwen, die einen Eingang oder Durchgang zum Heiligen bewachen. Die Tradition der Wächterlöwen bleibt in der Architektur und Ikonographie Anatoliens und weiter Gebiete des Alten Orients mehrere Jahrtausende lang lebendig.

Parallelen:

Mellaart 1967: pl. 6 (farbig): Lehmverputz mit zwei gegenständigen Leoparden aus Çatal Hüyük in der Türkei; einige Jahrtausend jünger; farbig; Mellink/Filip 1974: pl. 2 (farbig): Lehmverputz mit zwei gegenständigen Leoparden aus Çatal Hüyük in der Türkei; einige Jahrtausend jünger; farbig; Beile-Bohn et al. 1998: 67, Abb. 30: vom selben Fundort ein löwenartiges Raubtier auf einem Pfeiler.

Bibliographie:

Schmidt 1998: 33, Abb. 9-10; Hauptmann 1999: II 51, fig. 24; Schmidt 1999: 16, pl. 8:1-2; Schroer/Keel 2005: 68f, Nr. 9.

DatensatzID:

33427

Permanenter Link:

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