Objekt:

 Skulptur (Modell) (Modell), Kalkstein, 14 x 8,3 cm.

Datierung:

 wahrscheinlich FB II (3000-2700).

Herkunft:

 Geser, Grab 1001, zusammen mit FB II-Keramik.

Sammlung:

 Jerusalem, Rockefeller Museum, IAA 35.3264.

Darstellung:

 Das Kalksteinmodell eines Bettes ist mit einem ähnlichen Gittermuster (Andeutung einer Decke oder Unterlage) geschmückt wie das Bett bei Schroer/Keel 2005: Nr. 211. Bislang wurden etwa ein Dutzend vollständiger Modelle an Ausgrabungsstätten in Palästina/Israel gefunden (Beck 1995: 43f), und zwar sowohl in Tempelbezirken als auch in Wohnbereichen und Gräbern. Die meisten datieren in die FB III, das abgebildete dürfte aber älter sein. Modellbetten dieser Art sind in Ägypten, vor allem aber im ausgehenden 3. Jt. und zu Beginn des 2. Jt. in Mesopotamien sehr zahlreich bezeugt. Die Deutung als Gebärstühle (so Beck 1993) ist ganz unwahrscheinlich. Eher handelt es sich um Votivbetten, die mit erhofftem Glück im Liebesleben und bei der Zeugung in Zusammenhang stehen (Cholidis 1992: 173-180) und vielleicht als kleine Devotionalien von den KultteilnehmerInnen mit nach Hause genommen werden konnten. Dem Bett, das in der Poesie und Ikonographie späterer Jahrhunderte mit weiblicher Erotik und Sex assoziiert wird (Assante 2002: 36-42), kam noch in neuassyrischer Zeit magische Bedeutung und eine wichtige Rolle im Kult von Gottheiten zu (Porter 2002). Die erotischen Aspekte des Bettes kennt auch das frühe Ägypten (Schroer/Keel 2005: Nr. 149).

Parallelen:

Cholidis 1992: 123-183: ähnliche Stücke aus Mesopotamien datieren zumeist später; vgl.; Beck 1993: 33: elf Terrakottamodelle aus Palästina/Israel (eines aus Dan, allein sieben aus Ausgrabungen in Hirbet Kerak/Bet Jerah, zwei aus Ai, eines vom Tell Dalit) sowie zahlreiche Fragmente solcher Modelle; alle Parallelen angegeben; de Crée 1997: nos. 153-160, III pls. 48-51: elf Terrakottamodelle aus Palästina/Israel (eines aus Dan, allein sieben aus Ausgrabungen in Hirbet Kerak/Bet Jerah, zwei aus Ai, eines vom Tell Dalit) sowie zahlreiche Fragmente solcher Modelle; Cholidis 1992: 173, Anm. 195: Elf Terrakottamodelle aus Palästina/Israel (eines aus Dan, allein sieben aus Ausgrabungen in Hirbet Kerak/Bet Jerah, zwei aus Ai, eines vom Tell Dalit) sowie zahlreiche Fragmente solcher Modelle; Rowe 1935: 33: zu den ägyptischen Parallelen vgl.

Bibliographie:

Rowe 1935: pl. 4; de Crée 1987-1988: fig. 1; Beck 1993a: 36, fig. 2:5; de Crée 1997: no. 152, pl. 48; Schroer/Keel 2005: 306f, Nr. 210.

DatensatzID:

33587

Permanenter Link:

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