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Objekt: Menschengesicht-Skaraboid ( § 169-171) (der sorgfältig gearbeitete Kopf trägt deutlich negroide Züge), Stein, 22 x 16 x 11 mm.
Datierung: SB II (1400-1150) (die feine, flache Garvierung lässt eher an die 2. Hälfte der 18. Dyn. denken [1400-1292]; J. Eggler: wenn der Geier als Mut als Partnerin von Amun-Re interpretiert wird, ist eher eine Datierung nach 1150 ins Auge zu fassen; siehe dazu den zur Publikation vorbereiteten Art. Vulture für den Dictionary of Nature Imagery of the Bible).
Herkunft: Akko, Oberflächenfund.
Sammlung: Hazorea, Wilfried Israel Museum, 174.
Darstellung: In waagrechter Anordnung im Zentrum stehender, nach links gerichteter Ptah (vgl. Keel/Keel-Leu/Schroer 1989: 314f Abb. 118); hinter ihm eine schreitende männliche Figur; der ‚hintere’ Arm hängt dem Körper entlang herunter, der ‚vordere’ ist gewinkelt schräg nach unten vorgestreckt; er trägt eine unklare, weil zerstörte Kopfbedeckung und einen kurzen Schurz mit zwei Troddeln, die zwischen den Beinen herunterhängen; hinter dem Gott ein Köcher mit Pfeilen; es handelt sich um Reschef, der regelmässig mit Köcher und Pfeilen assoziiert wird ( Cornelius 1994: 107f RM18). Vor Ptah steht eine weibliche Figur mit schulterlangem Haar, zwei Flügeln, einem eng anliegenden, wadenlangen Träger (?)-Kleid; der ‚hintere’ Arm hängt dem Körper entlang herunter, der ‚vordere’ ist leicht angewinkelt nach unten vorgestreckt; es sieht aus, als ob die Figur etwas auf den Opferständer legen würde, der zwischen ihr und Ptah steht. Wahrscheinlich handelt es sich um Astarte, die in der Erzählung „Astarte und das Meer“ zweimal t-šrj.t ptḥ „Tochter des Ptah“ genannt wird ( Gardiner 1932: 78f Zeilen 2, x + 10; 2, x + 18). An den Schmalseiten des Siegels rechts noch eine (Lotos-?)Blüte auf langem Stengel, links ein grosser Vogel (Giveon deutet ihn als Ibis; es scheint sich aber eher um einen Geier zu handeln), [die Hieroglyphe D4 (Auge; "machen, tun, schaffen"; zur Kombination mit der Sonnenscheibe vgl. Keel 2010: Der el-Balah Nr. 125); J. Eggler], ein Kreis mit Punkt und ein nach links gerichteter Vierbeiner, wahrscheinlich ein Widder [vgl. z. B. Keel 2013: Tell el-Hulefi Nr. 2; J. Eggler]; die Sonnenscheibe und der Widder könnten Amun-Re repräsentieren (§ 585), der Geier ist ein altes Attributtier vorderasiatischer Göttinnen ( Keel 1995: § 558, 559), könnte in einem ägyptisierenden Kontext Mut oder Nechbet bedeuten (E. Brunner-Traut, in LÄ II 513-515). Giveon gibt der Deutung den Vorzug, Vogel und Vierbeiner würden Astarte als „Herrin der Tiere“ charakterisieren, Kreis und Punkt seien rein dekorativ. Aber Ibis (in Giveons Deutung) und Widder als Repräsentanten der Tierwelt sind bei einer vorderasiatischen Göttin unwahrscheinlich. Der Geier würde schon eher dazu passen (vgl. Keel 1997b: Tell el-˓Ağul Nr. 457). Widder und Sonnenscheibe sind aber wohl auf Amun-Re zu deuten; keine Umrandungslinie.
Cornelius 1994: Cornelius I., 1994, The Iconography of the Canaanite Gods Reshef and Ba˓al. Late Bronze and Iron Age I Periods (c 1500-1000 BCE) (OBO 140), Fribourg Switzerland/Göttingen.
Gardiner 1932: Gardiner A.H., 1932, ²1973, Late-Egyptian Stories (Bibliotheca Aegyptiaca 1), Bruxelles.
Keel 1995: Keel O., 1995, Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel. Von den Anfängen bis zur Perserzeit. Einleitung (OBO.SA 10), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Keel 1997b: Keel O., 1997b, Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel. Von den Anfängen bis zur Perserzeit. Katalog Band I: Von Tell Abu Faraǧ bis ˓Atlit. With Three Contributions by Baruch Brandl (OBO.SA 13), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Keel 2010: Keel O., 2010, Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel. Von den Anfängen bis zur Perserzeit. Katalog Band II: Von Bahan bis Tel Eton. Mit Beiträgen von Daphna Ben-Tor, Baruch Brandl und Robert Wenning (OBO.SA 29), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Keel 2013: Keel O., 2013, Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel. Von den Anfängen bis zur Perserzeit. Katalog Band IV: Von Tel Gamma bis Goschrim (OBO.SA 33), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Keel/Keel-Leu/Schroer 1989: Keel O./Keel-Leu H./Schroer S., 1989, Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina/Israel II (OBO 88), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Bibliographie: Leclant 1966: 166; Giveon 1967: 147-153, pl. 7; Hornung/Staehelin 1976: 191; Giveon 1978: 90-96, fig. 45-46; Keel/Keel-Leu/Schroer 1989: 314f, Abb. 118; Keel 1989b: 314, Abb. 118; Cornelius 1994: 107f, no. RM18; Keel 1997b: 530f, Akko Nr. 3; Cornelius 2004: 39, 116, Cat. 3:12; Schroer 2011: 202f, Nr. 728; IDD: Astarte Nr. 9.
Cornelius 1994: Cornelius I., 1994, The Iconography of the Canaanite Gods Reshef and Ba˓al. Late Bronze and Iron Age I Periods (c 1500-1000 BCE) (OBO 140), Fribourg Switzerland/Göttingen.
Cornelius 2004: Cornelius I., 2004, ²2008, The Many Faces of the Goddess. The Iconography of the Syro-Palestinian Goddesses Anat, Astarte, Qedeshet, and Asherah c. 1500-1000 BCE (OBO 204), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Giveon 1967: Giveon R., 1967, Ptah and Astarte on a Seal from Acco, in: Studi sull’Oriente e la Bibbia offerti a P. G. Rinaldi, Genova, 147-153 = Giveon 1978, 90-96.
Giveon 1978: Giveon R., 1978, The Impact of Egypt on Canaan. Iconographical and Related Studies (OBO 20), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Hornung/Staehelin 1976: Hornung E./Staehelin E., 1976, Skarabäen und andere Siegelamulette aus Basler Sammlungen (Ägyptische Denkmäler in der Schweiz 1), Mainz.
IDD: Iconography of Deities and Demons in the Ancient Near East, n.d., ed. by J. Eggler and Ch. Uehlinger (in Vorbereitung; siehe: http://www.religionswissenschaft.unizh.ch/idd/)
Keel 1989b: Keel O., 1989b, Der ägyptische Gott Ptah auf Siegelamuletten aus Palästina/Israel, in: Keel O./Keel-Leu H./Schroer S., Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina/Israel II (OBO 88), Freiburg Schweiz/Göttingen, 281-323.
Keel 1997b: Keel O., 1997b, Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina/Israel. Von den Anfängen bis zur Perserzeit. Katalog Band I: Von Tell Abu Faraǧ bis ˓Atlit. With Three Contributions by Baruch Brandl (OBO.SA 13), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Keel/Keel-Leu/Schroer 1989: Keel O./Keel-Leu H./Schroer S., 1989, Studien zu den Stempelsiegeln aus Palästina/Israel II (OBO 88), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Leclant 1966: Leclant J., 1966-1968, Fouilles et travaux en Egypte et au Soudan, 1965-1967: Or. NS 35, 127-178; 36, 181-227; 37, 94-140.
Schroer 2011: Schroer S., 2011, Die Ikonographie Palästinas/Israels und der Alte Orient. Eine Religionsgeschichte in Bildern. Band 3: Die Spätbronzezeit, Fribourg.
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