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Objekt: Amulett, Kompositmaterial, 37 x 12 x 21 mm.
Datierung: 3. Zwischenzeit (1069-715).
Herkunft: Ägypten.
Sammlung: Fribourg, Sammlungen BIBEL+ORIENT, ÄA 1983.1548; Ex-Sammlung Matouk.
Darstellung: Auf einer dünnen Basis steht der würfelförmige Thron [ergänzter Text von Herrmann 2003: Nr. 43: Götterthron] mit kurzer Rückenlehne, auf dem die Göttin sitzt. Ihr Kopfschmuck besteht in einer dreisträhnigen Perücke [ergänzter Text von Herrmann 2003: Nr. 43: zweigeteilte Perücke], deren vordere Strähnen bis auf die Brüste reichen, einem Diadem mit Uräus und einem Kuhgehörn mit der Sonnenscheibe dazwischen [ergänzter Text von Herrmann 2003: Nr. 43: weisen die Gestalt als Isis-Hathor aus], das sie von Hathor übernommen hat. Sie trägt ein langes, enganliegendes Kleid. In ihrem Schoß liegt das Horuskind. Mit ihrem rechten Arm stützt die Göttin wie bei Keel Schroer 2004: Nr. 174 die rechte Brust, um sie zum Mund des Kindes zu führen. Der linke Arm hält den Kopf des Kindes. Die Beine des Säuglings hängen seitlich über den Oberschenkel des rechten Beines. Die Anhängervorrichtung verbindet Kopfschmuck und Hinterkopf.
Herrmann 2003: Herrmann Ch., 2003, Die ägyptischen Amulette der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Freiburg Schweiz. Anthropomorphe Gestalten und Tiere (OBO.SA 22), Fribourg/Göttingen.
Schroer 2004: Schroer S., 2004, Beobachtungen zur Aktualisierung und Transformation von Totenweltmythologie im alten Israel. Von der Grabbeigabe bis zur Rezeption ägyptischer Jenseitsbilder in Mal 3,20, in: Irsigler H., Hg., Mythisches in biblischer Bildsprache. Gestalt und Verwandlung in Prophetie und Psalmen (QD 209), Freiburg i. Br. et al., 290-317.
Diskussion: Die klassische Darstellung der stillenden Isis wurde gern als Amulett verwendet. Eine Öse erlaubte, es an einer Schnur am Hals zu tragen. Es sollte Mutter und Kind den Schutz der Isis verschaffen, die allen Gefahren zum Trotz ihr Kind erfolgreich aufgezogen hat.
Parallelen: Hölbl 1986: II Taf. 30:1a-b, 31:1a-c, 31:2a-b: aus Sardinien; Herrmann 2003: 44, Nr. 42, 44, Nr. 33-41; Dayagi-Mendels 2002: 84, Nr. 66: Achsib; Wildung/Schoske 1984: Nr. 12: aus Ägypten; Berlev/Hodjash 1998: pl. 95:VI.82, 96:VI.80, 96:VI.86-87, 96:VI.93, 97:VI.97, 98:VI.100, 98:VI.94-96, 181:XV.185-186, 181:XV.190: aus Ägypten; Haas 1999: Nr. 41: aus Ägypten; Herrmann 1994: Nr. 42-45, 42-45: Bet Schean und Megiddo; Herrmann 1994: Nr. 19-41: Kopfschmuck weggebrochen - Aschkelon, Bet Schemesch, Lachisch usw.
Berlev/Hodjash 1998: Berlev O./Hodjash S., 1998, Catalogue of the Monuments of Ancient Egypt from the Museums of the Russian Federation, Ukraine, Bielorussia, Caucasus, Middle Asia and the Baltic States (OBO.SA 17), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Dayagi-Mendels 2002: Dayagi-Mendels M., 2002, The Akhziv Cemeteries. The Ben-Dor Excavations. 1941-1944 (Israel Antiquities Authority Reports 15), Jerusalem.
Haas 1999: Haas F.A., 1999, Die Götteramulette der Sammlung des Rosicrucian Egyptian Museum in San Jose Kalifornien, USA (Manuskript), Lizentiatsarbeit der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel (noch nicht veröffentlicht)
Herrmann 1994: Herrmann Ch., 1994, Ägyptische Amulette aus Palästina/Israel. Mit einem Ausblick auf ihre Rezeption durch das Alte Testament (OBO 138), Freiburg Schweiz/Göttingen.
Herrmann 2003: Herrmann Ch., 2003, Die ägyptischen Amulette der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Freiburg Schweiz. Anthropomorphe Gestalten und Tiere (OBO.SA 22), Fribourg/Göttingen.
Hölbl 1986: Hölbl G., 1986, Ägyptisches Kulturgut im phönikischen und punischen Sardinien (EPRO 102), 2 Bde., Leiden.
Wildung/Schoske 1984: Wildung D./Schoske S., 1984, Nofret – die Schöne. Die Frau im Alten Ägypten, Mainz.
Bibliographie: Herrmann 2003: 44, Nr. 43; Keel/Schroer 2004: 198f, Nr. 175; Keel 2008: 73, Nr. 80.
Herrmann 2003: Herrmann Ch., 2003, Die ägyptischen Amulette der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Freiburg Schweiz. Anthropomorphe Gestalten und Tiere (OBO.SA 22), Fribourg/Göttingen.
Keel 2008: Keel O., 2008, Gott weiblich. Eine verborgene Seite des biblischen Gottes, Gütersloh.
Keel/Schroer 2004: Keel O./Schroer S., 2004, ²2006, ³2010, Eva - Mutter alles Lebendigen. Frauen- und Göttinnenidole aus dem Alten Orient, Freiburg Schweiz.
DatensatzID: 867
Permanenter Link:
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